C Class Popularität hat nichts mit Qualität zu tun

Wer sich für SEO interessiert ist sicher schon mal über den Begriff C-Class-Popularität gestolpert, doch was steckt da wirklich hinter?

Verfasst von Dan am 17.08.2011 um 16:50:00 Uhr
E

Ein beliebter "Werbeslogan" (besonders bei Backlink-Anbietern), ist die C-Class-Popularität. Häufig wird dieses Merkmal völlig aus dem Zusammenhang gerissen und einfach falsch für die Werbung missbraucht ...

Zum Einstieg: Jede Domain (www.example.com) wird in eine IP-Adresse aufgelöst (127.1.0.0), was man sich als eine Art eindeutige Hausnummer vorstellen kann, unter der die jeweilige Website erreichbar ist. Diese IP-Adresse wiederum hat verschiedene Klassen (AAA.BBB.CCC.DDD), z.B. die beiden IPs:

127.1.1.0 und
127.1.2.0

haben also unterschiedliche C-Klassen. Eine hohe C-Class-Popularität bedeutet somit nichts anderes als das die Website Backlinks hat, die von verschiedenen IP-Adressen stammen, mit unterschiedlichen C-Klassen.

Bei der Suchmaschinenoptimierung geht es darum, ein "natürliches Linkwachstum" zu simulieren. D.h. üblicherweise hat eine natürlich gewachsene Website, Backlinks von vielen verschiedenen Seiten, die alle von unterschiedlichen Personen (oder Firmen) betrieben werden und jeder davon hat seinen eigenen Webhoster, die wiederum Server mit unterschiedlichen IPs betreiben. Dabei haben die meisten IPs auch unterschiedliche A-Klassen (nicht nur C-Klassen).

Unnatürlich wäre es hingegen, wenn eine Seite ausschliesslich Backlinks aus ein- und demselben
­IP-Bereich besitzt. Das würde darauf hindeuten, das eine Person mehrere Webseiten bei einem Hoster in einem Account hat und von all diesen Seiten Backlinks zu einer Zielseite gesetzt hat (so ziemlich das dümmste was man machen kann). Um beim Beispiel von oben (mit den "Hausnummern") zu bleiben, wäre es vergleichbar mit einer Wahl, wo alle Wähler im "selben Haus" wohnen würden, im Gegensatz zu wie sonst üblich an verschiedenen Adressen (so lange es sich nicht grad um die Wahl zum Hausmeister handelt).

Da es jedoch sehr schwierig (und kostenintensiv) ist an unterschiedliche A-Klassen (sowie B-Klassen) IPs zu kommen, entstand irgendwann einmal das Schlagwort C-Class-Popularität (wobei es auch extrem auffällig wäre, wenn eine Website nur Backlinks von Seiten hätte, die alle aus der gleichen C-Klasse stammen).

Das Ganze ist leider mittlerweile soweit ausgeartet, das es schon zu einem "Qualitätskriterium" mutiert ist, Linkverkäufer werben auf ihrer Seite stolz mit Backlinks von Seiten mit hoher C-Class-Popularität und die ahnungslosen Kunden fallen darauf rein.

Ganz schlimm ist es, wenn Anbieter ihre Preise auf Grund der C-Class-Popularität gestalten, d.h. je höher die C-Class-Pop eines Webprojekts, desto höher der Linkpreis. Hier sollte man als Interessent einen großen Bogen drum machen, denn die C-Class-Popularität hat absolut nichts mit der Qualität der Backlinks zu tun! Nicht einmal über eine A-Class-Pop kann man Schlüsse auf die Qualität ziehen ...

Welches Paket würdest du nehmen? (nicht schummeln :)

Paket 1 (Unterschiedliche A-Klassen):
69.64.155.179
80.237.132.94
82.199.136.104
83.220.144.26
85.13.143.99


Paket 2 (Gleiche C-Klassen):
195.50.176.63
195.50.176.69
195.50.176.200
195.50.176.201
195.50.176.203

Auf den ersten Blick würden sich die meisten sicher für Paket 1 entscheiden, da wir hierbei einen schönen Mix an verschiedenen A-Klasse-IPs haben und bei Paket 2 nicht einmal eine C-Class-Pop.
Das dieses extrem täuschen kann und nichts mit Qualität zu tun hat, erkennt man erst bei der Auflösung, denn bei Paket 1 handelt es sich einfach um verschiedene Artikelverzeichnisse, die allesamt (noch einmal) abgestraft wurden vom aktuellen Panda-Update. Bei Paket 2 handelt es sich um einige der Schlachtschiffe aus dem Axel-Springer-Netzwerk (u.a. welt.de, computerbild.de, morgenpost.de, abendblatt.de und hoerzu.de).

Fazit: Die IP-Popularität (dabei jedoch eher A-Klassen und nicht nur C-Klassen) beim Linkbuilding ist schon nicht unwichtig, nur muss man auch den wahren Sinn dahinter verstehen und nicht einfach "blindlinks" draufloskaufen, nur weil sich etwas "professionell" anhört oder man es schonmal irgendwo gehört hat.
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Kategorie: Links SEO



Bisherige Kommentare zu dieser Nachricht:
Name:
Pascal
geschrieben:
17.08.2011 um 18:24:31 Uhr
Kommentar:
Schöne Zusammenfassung. Musste mal gesagt werden :)

Name:
Enrico
geschrieben:
18.08.2011 um 09:59:25 Uhr
Kommentar:
Hallo Dan, Du beginnst Deinen Artikel mit der absolut richtigen Feststellung dass man die IP-Pop nicht aus dem Zusammenhang reißen darf, endest aber mit einem Vergleich der genau dies tut. Wie Du dann aber noch richtig auflöst: Es ist einer von vielen Faktoren der die Wertigkeit eines Links ausmacht. Ich finde dass es genauso bekloppt wäre ausschließlich auf die Position des Links zu achten und alle anderen Faktoren zu vernachlässigen.

Name:
Dan
geschrieben:
18.08.2011 um 11:39:53 Uhr
Kommentar:
Hey Enrico, der Vergleich ist eigentlich nur der abschliessende Holzhammer um die Kernaussage zu verdeutlichen das eine C-Class-Pop nichts über die Qualität von Backlinks aussagt. Das SEO-Grundprinzip (das man eine natürliche IP-Pop benötigt) wird dadurch ja nicht angetastet, da es beim SEO auch nicht um eine C-Class-Pop geht sondern um einer breitere Vielfalt (A-/B-Class-Pop) ;)

Name:
Jan
geschrieben:
18.08.2011 um 15:03:40 Uhr
Kommentar:
Kunde: Neinnein, keine Links von großen Zeitschriften/Magazinen das sieht zu sehr nach Werbung aus. SEO: ?? Was dann ?? Kunde: Besser so Bookmarks und Forenkommentare, das habe ich in SEO-Blogs gelesen, das soll gut sein. SEO: ?? Na dann.

Name:
Dan
geschrieben:
18.08.2011 um 15:42:27 Uhr
Kommentar:
hehe Jan, ein Schwank aus dem Alltag? :)

Name:
Nico
geschrieben:
18.08.2011 um 22:38:48 Uhr
Kommentar:
Nice! Dem ist nichts hinzu zu fügen.... Grüße Nico

Name:
Dennis Farin
geschrieben:
25.08.2011 um 10:36:59 Uhr
Kommentar:
hmm.. ich weiß nicht so Recht wie ich das nun deuten soll. Grundsätzlich stimme ich dir zu, jedoch bin ich auch der Meinung das der Vergleich, reduziert auf IP´s, einfach sinnfrei ist, insbesondere wenn man irgendwelche AVZ mit Trustsites vergleicht. Vor der IP steht doch grundsätzlich immer die Prüfung der Seite als solches, erst wenn ich davon überzeugt bin das mich die Seite nach vorne bringt und ich mehrere Links gleicher Qualität bekommen kann schaue ich nochmal nach der IP. Von daher, grundsätzlich teile ich deine Meinung, aber denn Sinn hinter deinem Vergleich kann ich nicht so ganz erfassen.

Name:
DAN DEVINE
geschrieben:
17.09.2011 um 00:07:13 Uhr
Kommentar:
Danke DAN - durch deinen Post habe ich mir gerade 17 x 4,50 EUR gespart (p.Monat) und dies nun tabellarisch abgespeichert..... cheers von DAN an DAN

Name:
Erdal
geschrieben:
21.11.2011 um 14:41:35 Uhr
Kommentar:
Ich schließe mich Dennis Farin an. Dan hat zwar Recht damit, dass die c-class-pop nicht wirklich was über die Qualität der Seite und somit den Link aussagt. Aber wobei ich Dir nicht zustimmen kann ist: Hier sollte man als Interessent einen großen Bogen drum machen,.... Die Agenturen brauchen nunmal eine Zahl zum messen und dem Kunden vorzeigen. Man kann ja nicht dem Kunden einfach sagen: wir sind gut und machen das schon. Der Kunde will natürlich sehen was er da bekommt. D.h. nach irgendetwas muss es gemessen werden. Zur Zeit sind es die C-Klassen. In Zukunft wird sich das sicher ändern, vlt. der Sichtbarkeitsindex von Sisitrix?!? Außerdem kommen so langsam die IPv6-Adressen, mal sehen was dann passiert.. :)



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